O´Brien Straße 2, 91126 Schwabach

Umgang mit Demenz: Seniorinnen und Senioren liebevoll begleiten

Umgang mit Demenz: Seniorinnen und Senioren liebevoll begleiten

Umgang mit Demenz – Manchmal ist es nur ein Name, der plötzlich nicht mehr einfällt. Dann wird die Handtasche oder der Schlüssel an einem ungewöhnlichen Ort abgelegt oder die Frage nach der Uhrzeit innerhalb weniger Minuten mehrmals gestellt. Was zunächst wie eine kleine Vergesslichkeit wirkt, kann mit der Zeit den Alltag eines Menschen und seiner Familie stark verändern. Besonders dann, wenn eine Demenzerkrankung fortschreitet.

Der Umgang mit Demenz verlangt viel Geduld, Verständnis und Einfühlungsvermögen. Gleichzeitig geht es um etwas, das leicht aus dem Blick geraten kann: Hinter der Erkrankung steht immer ein Mensch mit seiner eigenen Geschichte, seinen Gewohnheiten, Vorlieben, Erinnerungen und Gefühlen.

Gerade die Woche der Demenz vom 21. bis 27. September 2026 möchte dafür sensibilisieren. Rund um den Welt Alzheimertag am 21. September finden bundesweit Veranstaltungen und Aktionen statt. Das diesjährige Motto „Demenz (k)eine Frage des Alters“ erinnert daran, dass Demenz nicht nur die erkrankte Person selbst betrifft. Auch Partnerinnen und Partner, Kinder, Enkelinnen und Enkel, Freundinnen und Freunde sowie andere nahestehende Menschen erleben, wie sich der gemeinsame Alltag verändert.

Eine Demenzerkrankung kann dazu führen, dass Erinnerungen verblassen, Worte fehlen oder vertraute Abläufe zunehmend schwerfallen. Vielleicht erkennt eine Seniorin oder ein Senior einen Ort plötzlich nicht wieder, obwohl sie oder er dort seit vielen Jahren lebt. Vielleicht fehlt die Erinnerung daran, was am Morgen passiert ist, während Erlebnisse aus der Jugend noch sehr lebendig sind.

Für Angehörige können solche Situationen schmerzhaft sein. Manchmal entsteht der Wunsch, zu korrigieren oder die Erinnerung wieder zurückzuholen. Doch für Menschen mit Demenz fühlt sich ihre Wahrnehmung in diesem Augenblick häufig vollkommen real an.

Deshalb kann es hilfreicher sein, nicht darum zu kämpfen, wer recht hat, sondern darauf zu achten, welches Gefühl hinter einer Aussage steckt.

Wenn eine Seniorin oder ein Senior überzeugt ist, die längst verstorbene Mutter oder den Vater besuchen zu müssen, bringt ein sachlicher Hinweis auf deren Tod möglicherweise keine Sicherheit. Im Gegenteil, er kann Trauer immer wieder neu auslösen. Eine behutsame Frage wie „Du denkst gerade an deine Mutter?“ oder „Du vermisst deinen Vater?“ kann dagegen Nähe schaffen und Raum für Erinnerungen geben.

Ein liebevoller Umgang mit Demenz bedeutet deshalb nicht, jede Situation erklären oder lösen zu müssen. Manchmal ist es wichtiger, einfach da zu sein.

Mit zunehmender Demenz kann die Welt unübersichtlicher werden. Dinge, die früher selbstverständlich waren, müssen plötzlich neu eingeordnet werden. Vertraute Abläufe können dann Halt geben.

Ein ähnlicher Tagesrhythmus, bekannte Mahlzeiten, der gewohnte Platz am Tisch oder eine bestimmte Tasse am Morgen können kleine Anker im Alltag sein. Auch vertraute Musik, Fotos, Gerüche oder Tätigkeiten können Erinnerungen und positive Gefühle wecken.

Dabei muss Beschäftigung nicht kompliziert sein. Gemeinsam Kartoffeln schälen, Wäsche zusammenlegen, Blumen gießen, einen Kuchen backen, ein altes Fotoalbum anschauen oder eine Runde durch die vertraute Umgebung gehen können wertvolle Momente schaffen.

Entscheidend ist nicht, ob eine Tätigkeit perfekt gelingt. Viel wichtiger ist das Gefühl, weiterhin beteiligt zu sein und etwas beitragen zu können.

Auch die Kommunikation verändert sich häufig im Verlauf einer Demenzerkrankung. Lange Erklärungen oder mehrere Fragen auf einmal können überfordern. Das bedeutet jedoch nicht, dass weniger gesprochen werden sollte.

Im Gegenteil. Ein ruhiges Gespräch, Blickkontakt und eine freundliche Stimme können viel Sicherheit vermitteln.

Es hilft, langsam und verständlich zu sprechen und Seniorinnen und Senioren ausreichend Zeit für ihre Antwort zu lassen. Statt mehrere Möglichkeiten gleichzeitig aufzuzählen, kann eine einfache Frage leichter zu beantworten sein. Auch Gesten und Blickkontakt unterstützen das Verständnis.

Und wenn ein Satz nicht vollständig ausgesprochen werden kann, muss er nicht sofort ergänzt werden. Ein wenig Geduld kann der betroffenen Person die Möglichkeit geben, selbst weiterzusprechen.

Einer der wichtigsten Gedanken im Umgang mit Demenz ist vielleicht dieser: Ein Mensch kann vergessen, was genau passiert ist, aber ein Gefühl von Geborgenheit, Unruhe, Freude oder Angst kann bleiben.

Eine vertraute Stimme kann beruhigen. Eine Berührung kann Nähe vermitteln. Ein gemeinsames Lied kann etwas auslösen, das sich mit Worten kaum erklären lässt.

Gerade deshalb sind kleine Augenblicke so wertvoll. Ein Lächeln am Frühstückstisch, gemeinsam Musik hören oder eine Hand halten wirken vielleicht unscheinbar, können aber für beide Seiten viel bedeuten.

Auch Humor darf seinen Platz behalten. Zusammen zu lachen bedeutet nicht, die Erkrankung nicht ernst zu nehmen. Es kann vielmehr ein Stück Normalität und Leichtigkeit in einen Alltag bringen, der für alle Beteiligten manchmal sehr fordernd ist.

Wenn die eigene Mutter, der Vater, die Großmutter, der Großvater oder die Partnerin beziehungsweise der Partner an Demenz erkrankt, verändert sich häufig die gesamte Familie. Aus kleinen Hilfestellungen können nach und nach viele Stunden Betreuung werden. Angehörige organisieren Arzttermine, Einkäufe und Mahlzeiten, sorgen für Sicherheit und sind gleichzeitig wichtige emotionale Bezugspersonen.

Viele möchten möglichst alles selbst schaffen. Oft aus Liebe und aus dem Wunsch heraus, den vertrauten Menschen nicht allein zu lassen.

Doch Unterstützung anzunehmen bedeutet nicht, weniger für einen Menschen da zu sein.

Im Gegenteil. Wer zwischendurch Zeit zum Durchatmen hat, kann gemeinsame Momente häufig wieder anders erleben. Aus der Person, die ständig organisieren, erinnern und aufpassen muss, darf zwischendurch wieder die Tochter, der Sohn, die Partnerin, der Partner, die Freundin oder der Freund werden.

Gerade für pflegende Angehörige ist es deshalb wichtig, auch auf die eigenen Kräfte zu achten und Unterstützung anzunehmen, bevor die Belastung zu groß wird.

Die Woche der Demenz vom 21. bis 27. September 2026 erinnert uns daran, genauer hinzusehen. Das diesjährige Motto „Demenz (k)eine Frage des Alters“ macht deutlich, dass Demenz nicht nur ältere Menschen betrifft, sondern Familien und unterschiedliche Generationen gleichermaßen.

Mehr Wissen über Demenz kann dabei helfen, Situationen anders einzuordnen. Eine wiederholte Frage ist keine Absicht. Orientierungslosigkeit ist keine Sturheit. Und wenn etwas nicht mehr so funktioniert wie früher, braucht es nicht unbedingt eine Korrektur, sondern häufig Verständnis, Ruhe und Sicherheit.

Eine demenzfreundliche Gesellschaft beginnt deshalb oft in ganz alltäglichen Situationen. Mit etwas mehr Geduld an der Supermarktkasse. Mit einem freundlichen Blick. Mit Nachbarinnen und Nachbarn, die aufmerksam bleiben. Und mit Familien, die wissen, dass sie sich Unterstützung holen dürfen.

Viele Seniorinnen und Senioren wünschen sich, auch bei zunehmendem Unterstützungsbedarf möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben zu können. Gerade bei einer Demenzerkrankung kann das eigene Zuhause mit bekannten Räumen, vertrauten Gegenständen und festen Gewohnheiten Sicherheit vermitteln.

Die Pflegeagentur Eberle unterstützt Seniorinnen und Senioren sowie ihre Angehörigen dabei auf unterschiedliche Weise. Zum Angebot gehören unter anderem die stundenweise Alltagsbegleitung, Demenzbetreuung, Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben sowie die Betreuung und Pflege zu Hause. Auch eine zeitweise Unterstützung kann für pflegende Angehörige eine wertvolle Entlastung sein.

Dabei geht es nicht darum, den Alltag vollständig zu verändern. Häufig sind es gerade die vertrauten Dinge, die erhalten bleiben sollen. Der Kaffee am eigenen Küchentisch, ein Spaziergang in der bekannten Nachbarschaft oder einfach jemand, der Zeit hat, zuzuhören.

Denn auch wenn Demenz vieles verändert, bleiben Nähe, Persönlichkeit und das Bedürfnis nach Geborgenheit.

Und manchmal ist genau das die wichtigste Form der Unterstützung: einen Menschen nicht nur mit seiner Erkrankung zu sehen, sondern ihn weiterhin als den Menschen wahrzunehmen, der er immer gewesen ist.