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Senioren im Herbst: Sicher und aktiv durch die dunklere Jahreszeit

Senioren im Herbst: Sicher und aktiv durch die dunklere Jahreszeit

Senioren im Herbst – Bunte Blätter, klare Luft und die ersten gemütlichen Nachmittage zu Hause: Der Herbst hat viele schöne Seiten. Für ältere Menschen bringt die Jahreszeit aber auch einige Veränderungen mit sich. Es wird früher dunkel, Wege können durch Regen und Laub rutschig werden und an kühlen Tagen fällt es manchmal schwerer, sich zu Bewegung aufzuraffen.

Gerade für Senioren im Herbst lohnt es sich deshalb, einige Gewohnheiten an die Jahreszeit anzupassen. Dabei geht es nicht darum, besonders vorsichtig zu werden oder Aktivitäten einzuschränken. Im Gegenteil: Bewegung, regelmäßige Unternehmungen und ein gut organisierter Alltag helfen dabei, möglichst lange sicher und selbstständig zu bleiben.

Warum der Herbst für ältere Menschen besondere Aufmerksamkeit verdient

Mit zunehmendem Alter können Muskelkraft, Gleichgewicht und Sehvermögen nachlassen. Das bedeutet nicht automatisch, dass Unsicherheit zum Alltag gehören muss. Viele kleine Dinge lassen sich gezielt beeinflussen.

Im Herbst kommen äußere Faktoren hinzu. Nasses Laub kann Gehwege rutschig machen, schlechte Lichtverhältnisse erschweren das Erkennen von Unebenheiten und in der Wohnung werden Flure oder Treppen früher am Tag dunkel.

Aus Angst vor einem Sturz Spaziergänge vollständig zu vermeiden, ist jedoch meist keine gute Lösung. Regelmäßige Bewegung stärkt Muskeln, Gleichgewicht und Beweglichkeit. Wer dauerhaft weniger aktiv wird, kann dadurch sogar unsicherer auf den Beinen werden.

Bewegung bleibt auch im Herbst wichtig

Ein Spaziergang muss im Herbst keine große Unternehmung sein. Schon regelmäßige kurze Wege können wertvoll sein. Entscheidend ist, dass Bewegung zum Alltag gehört und zur persönlichen körperlichen Verfassung passt.

Bei trockenem Wetter eignet sich beispielsweise eine vertraute Runde durch die Nachbarschaft. Wer sich draußen unsicher fühlt, kann gemeinsam mit Angehörigen, Freunden oder einer Begleitperson unterwegs sein. Auch kleinere Erledigungen lassen sich mit Bewegung verbinden.

Bei sehr schlechtem Wetter gibt es Alternativen in den eigenen vier Wänden. Mehrmals am Tag aufzustehen, einige Schritte durch die Wohnung zu gehen oder einfache Übungen im Sitzen und Stehen können helfen, in Bewegung zu bleiben. Wer bereits körperliche Einschränkungen hat oder längere Zeit wenig aktiv war, sollte geeignete Übungen am besten mit der Hausarztpraxis oder einer physiotherapeutischen Fachkraft besprechen.

Nasses Laub und Dunkelheit: Sturzgefahren rechtzeitig erkennen

Im Herbst verändert sich nicht nur die Natur, sondern auch die Umgebung, in der wir uns bewegen. Ein Weg, der im Sommer völlig unproblematisch war, kann bei Regen oder in der Dämmerung plötzlich schwieriger werden.

Draußen sind gut sitzende, geschlossene Schuhe mit griffiger Sohle besonders wichtig. Bei schlechtem Wetter lohnt es sich außerdem, lieber einen gut beleuchteten und ebenen Weg zu wählen als die kürzeste Strecke.

Auch zu Hause kann ein kleiner Herbstcheck sinnvoll sein. Lose Teppiche, hochstehende Teppichkanten, Kabel auf Laufwegen und rutschende Badematten gehören zu den typischen Stolperfallen. Gerade Flure, Treppen und der Weg zur Toilette sollten gut beleuchtet sein.

Wer beim Aufstehen häufiger Schwindel verspürt oder sich plötzlich unsicherer bewegt als gewohnt, sollte dies ärztlich abklären lassen. Auch Sehprobleme oder bestimmte Medikamente können das Sturzrisiko beeinflussen.

Tageslicht bewusst nutzen

Wenn die Tage kürzer werden, verbringen viele Menschen automatisch mehr Zeit in der Wohnung. Für ältere Personen, die ohnehin nicht mehr täglich Termine außer Haus haben, können daraus schnell sehr lange Tage zu Hause werden.

Deshalb lohnt es sich, die hellen Stunden bewusst zu nutzen. Ein kleiner Spaziergang nach dem Frühstück, der gemeinsame Einkauf am Vormittag oder eine Tasse Kaffee auf der Terrasse können bereits einen Unterschied machen.

Dabei geht es nicht um ein tägliches Fitnessprogramm. Viel wichtiger ist Regelmäßigkeit. Ein Anlass, das Haus zu verlassen, schafft Bewegung und gibt dem Tag Struktur.

Vitamin D im Alter: Im Herbst ein Thema

Vitamin D spielt unter anderem für Knochen und Muskulatur eine wichtige Rolle. Ein großer Teil davon wird mithilfe von Sonnenlicht in der Haut gebildet. Im höheren Alter nimmt diese Fähigkeit der Haut ab. Zusätzlich verbringen manche ältere oder pflegebedürftige Menschen nur wenig Zeit im Freien.

Deshalb zählen ältere Menschen zu den Personengruppen, bei denen die Vitamin-D-Versorgung besondere Aufmerksamkeit verdient.

Nahrungsergänzungsmittel sollten allerdings nicht einfach auf Verdacht und in beliebiger Dosierung eingenommen werden. Wer unsicher ist, kann das Thema beim nächsten Termin in der Hausarztpraxis ansprechen. Das gilt besonders dann, wenn bereits Erkrankungen bestehen oder regelmäßig Medikamente eingenommen werden.

Auch im Herbst ausreichend trinken

Wenn es draußen nicht mehr heiß ist, verschwindet bei vielen Menschen das Trinken etwas aus dem Blick. Der Körper benötigt aber auch an kühlen Tagen ausreichend Flüssigkeit.

Gerade ältere Menschen verspüren Durst teilweise weniger deutlich. Hilfreich kann deshalb eine feste Routine sein. Ein Getränk zum Frühstück, ein Glas Wasser zu den Mahlzeiten und eine Tasse Tee am Nachmittag machen das Trinken zu einem selbstverständlichen Teil des Tages.

Wer aufgrund einer Herz- oder Nierenerkrankung eine bestimmte Trinkmenge einhalten soll, richtet sich selbstverständlich nach der ärztlichen Empfehlung.

Herbstküche darf einfach sein

Kürbis, Möhren, Kartoffeln, Äpfel, Birnen oder verschiedene Kohlsorten bringen im Herbst viel Abwechslung auf den Tisch. Trotzdem muss nicht täglich aufwendig gekocht werden.

Gerade wenn das Einkaufen und Zubereiten von Mahlzeiten zunehmend anstrengend wird, geraten regelmäßige Mahlzeiten schnell in den Hintergrund. Dann gibt es morgens noch ein gutes Frühstück, mittags vielleicht nur eine Kleinigkeit und abends fehlt die Energie zum Kochen.

Hier können einfache Routinen helfen. Suppen lassen sich beispielsweise für mehrere Mahlzeiten vorbereiten. Tiefgekühltes Gemüse ist eine praktische Alternative zu frischem Gemüse und ein gemeinsames Mittagessen kann gleichzeitig ein schöner Anlass für Gesellschaft sein.

Wenn Gewicht oder Appetit über längere Zeit deutlich abnehmen, sollte das ärztlich abgeklärt werden.

Nicht nur der Körper braucht Aktivität

Wenn das Wetter schlechter wird und es früh dunkel ist, finden viele Begegnungen nicht mehr so selbstverständlich statt wie im Sommer. Ein kurzer Plausch vor dem Haus, die Gartenarbeit oder spontane Treffen fallen häufiger aus.

Für Menschen, die allein leben, kann sich dadurch der Alltag überraschend schnell verändern.

Feste Verabredungen helfen. Das kann ein wöchentlicher Spaziergang sein, ein gemeinsamer Einkauf, ein Spielenachmittag oder ein regelmäßiger Besuch bei Freunden und Familie. Entscheidend ist weniger, was unternommen wird. Wichtiger ist, dass Kontakte und kleine Aktivitäten nicht vollständig vom Wetter abhängig werden.

Auch Angehörige können darauf achten, ob sich jemand zunehmend zurückzieht oder frühere Gewohnheiten aufgibt. Hinter Aussagen wie „Bei dem Wetter gehe ich lieber gar nicht mehr raus“ kann manchmal auch Unsicherheit stecken.

Unterstützung muss nicht erst beginnen, wenn gar nichts mehr geht

Viele ältere Menschen möchten so lange wie möglich selbstständig im eigenen Zuhause leben. Oft funktioniert das auch sehr gut. Trotzdem können einzelne Dinge zunehmend anstrengend werden.

Vielleicht klappt der Spaziergang allein nicht mehr so sicher. Der Einkauf wird beschwerlich. Arzttermine werden häufiger. Oder Angehörige merken, dass sie immer mehr Aufgaben übernehmen müssen.

An diesem Punkt kann Unterstützung im Alltag sinnvoll sein, ohne der betroffenen Person gleich die Selbstständigkeit abzunehmen.

Eine stundenweise Alltagsbegleitung kann beispielsweise beim Einkaufen und im Haushalt unterstützen, zu Arztterminen begleiten oder Zeit für gemeinsame Unternehmungen und Spaziergänge schaffen. Gerade im Herbst kann schon eine solche regelmäßige Begleitung dazu beitragen, dass Aktivitäten nicht aus Unsicherheit oder Bequemlichkeit vollständig wegfallen.

Wenn der Unterstützungsbedarf größer wird und ein selbstständiger Alltag alleine kaum noch möglich ist, kann auch eine 24h-Betreuung im eigenen Zuhause eine Möglichkeit sein. Benötigen pflegende Angehörige dagegen für eine begrenzte Zeit Entlastung, etwa wegen Urlaub, Krankheit oder anderer Verpflichtungen, kommt je nach persönlicher Situation eine Verhinderungspflege infrage.

Die Pflegeagentur Eberle unterstützt ältere Menschen und ihre Familien mit unterschiedlichen Betreuungsformen im eigenen Zuhause. Welche davon sinnvoll ist, hängt nicht allein vom Pflegegrad ab. Entscheidend sind der tatsächliche Alltag, die vorhandene Unterstützung durch Angehörige und die Wünsche der betroffenen Person.

Eine frühzeitige Beratung kann deshalb hilfreich sein, auch wenn zunächst nur wenige Stunden Unterstützung benötigt werden.

Fazit: Ein aktiver Herbst ist oft der beste Schutz

Der Herbst verlangt älteren Menschen keine völlig neuen Gewohnheiten ab. Häufig reichen kleine Anpassungen. Gute Beleuchtung, passende Schuhe, regelmäßige Bewegung, ausgewogene Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit und feste soziale Kontakte können viel dazu beitragen, sicher und aktiv durch die Jahreszeit zu kommen.

Vor allem sollte die Angst vor schlechtem Wetter oder einem möglichen Sturz nicht dazu führen, dass das Leben immer stärker in die eigenen vier Wände verlagert wird. Wo Unterstützung gebraucht wird, kann Begleitung dabei helfen, gewohnte Aktivitäten und damit ein Stück Selbstständigkeit zu erhalten.